Erfolg im Rampenlicht hat seinen Preis – das weiß kaum jemand in der deutschen Schlagerszene so genau wie Beatrice Egli. Seit ihrem Sieg bei „Deutschland sucht den Superstar” im Jahr 2013 begleiten die Schweizer Sängerin immer wieder Hasskommentare und Bodyshaming-Vorwürfe. Im ZDF-Frühstücksmagazin „Volle Kanne” sprach sie nun ungewohnt offen darüber, wie sie über die Jahre gelernt hat, mit dieser Form öffentlicher Kritik umzugehen – und warum dieser Prozess für sie nie wirklich abgeschlossen sein wird.
Eine frühe Konfrontation mit öffentlicher Bewertung
Beatrice Eglis Geschichte mit öffentlicher Kritik beginnt deutlich früher, als viele vermuten würden. Bereits als Teenager stand sie erstmals im Rampenlicht: 2007 trat sie gemeinsam mit ESC-Urgestein Lys Assia zweimal beim „Grand Prix der Volksmusik” an. In der Schweiz feierten sie damals einen Sieg – in Österreich hingegen landete das Duo auf dem letzten Platz.
Diese frühe Erfahrung, öffentlich bewertet zu werden, hat Egli nachhaltig geprägt. In einem Interview mit der TV-Zeitschrift Prisma blickte sie zurück: „Ich durfte diese Höhen und Tiefen – dieses: Man wird gefeiert und danach ist wieder alles schlecht – sehr früh erleben.” Sie ergänzte ehrlich: „Und ich sage nicht, dass das mit 17, 18 immer leicht war, es macht was mit dir.”
Besonders schwer wog für die junge Sängerin dabei das Bewusstsein, dass nicht nur ihre künstlerische Leistung, sondern auch ihre Körperlichkeit öffentlich bewertet wurde – etwas, das für sie zunächst keinen Sinn ergab: „Wo ich dachte: Das hat doch nichts mit meiner Stimme zu tun.”
Der lange Weg zur inneren Klarheit
Kurz nach diesen ersten Erfahrungen verließ Beatrice Egli ihre Heimat, um eine Schauspielschule in Hamburg zu besuchen. Es folgten Jahre, in denen sie sich intensiv mit ihrem eigenen Körper und ihrem Selbstbild auseinandersetzte – nicht zuletzt, um künftig besser mit öffentlicher Kritik umgehen zu können.
Diese intensive Auseinandersetzung hat sich gelohnt, wie sie selbst rückblickend feststellt: „Das hat mir sehr viel für meinen weiteren Weg gegeben.” Heute, mit 37 Jahren, beschreibt sie sich als jemanden, der mit sich selbst im Reinen ist – und der ein klares, durchdachtes Mindset im Umgang mit Kritik entwickelt hat.
Die entscheidende Frage: „Warum trifft es mich?”
Im ZDF-Interview erklärte Egli, dass ihr Umgang mit verletzenden Kommentaren nicht darin bestehe, einfach auf die Meinung anderer zu hören oder sie zu ignorieren. Vielmehr gehe es darum, sich selbst ehrlich zu hinterfragen: „Warum trifft es mich und was kann ich ändern, dass es mich nicht mehr trifft?”
Diese introspektive Herangehensweise unterscheidet sich deutlich von einfachen Bewältigungsstrategien wie reinem Ausblenden oder Ignorieren. Egli setzt sich aktiv mit der eigenen emotionalen Reaktion auseinander – ein Ansatz, der psychologisch als besonders nachhaltig gilt.
Gleichzeitig betont sie, dass dieser Prozess niemals vollständig abgeschlossen sein werde. Selbstvertrauen, wie sie es heute besitzt, könne jederzeit wieder ins Wanken geraten. Aus diesem Grund reflektiert sie sich regelmäßig selbst – auch dank „sehr ehrlicher” Menschen in ihrem Umfeld, die bewusst keine „Ja-Sager” seien.
„Dann wünsche ich den Menschen gute Besserung”
Besonders bemerkenswert ist Beatrice Eglis Reaktion auf besonders verletzende, „übergriffige Kommentare” im Netz. Statt mit Wut oder Verteidigung zu reagieren, hat sie für sich eine Haltung entwickelt, die von echtem Mitgefühl geprägt ist:
„Dann wünsche ich den Menschen einfach gute Besserung, denen geht’s ja definitiv nicht gut. Wenn jemand so was in die Welt tragen muss über jemand anderen – dann mein Beileid für den Menschen. Das spüre ich wirklich, es tut mir wirklich leid.”
Diese Reaktion – Mitleid statt Gegenangriff – zeigt eine emotionale Reife, die im oft hitzigen Klima der sozialen Medien selten zu finden ist. Egli macht damit deutlich: Verletzende Kommentare sagen häufig mehr über den Verfasser aus als über die Person, die sie treffen sollen.
Wie unterschiedlich deutsche Prominente mit öffentlichem Druck und Kritik umgehen, zeigt auch unser Artikel über Daniela Katzenberger: Zehen-OP und Haartransplantation geplant, in dem eine ganz andere, ebenfalls bemerkenswerte Strategie im Umgang mit öffentlicher Meinung sichtbar wird.
Klare Abgrenzung: Keine Diäten, keine Abnehmspritze
Im Gespräch mit Moderator Florian Weiss stellte Beatrice Egli auch klar, dass Diäten oder die mittlerweile vielfach diskutierte Abnehmspritze für sie persönlich nie ein Thema gewesen seien. Stattdessen formulierte sie eine bewusste Wertschätzung für ihren eigenen Körper:
„Ich lebe in einem gesunden Körper. Ich bin dankbar für diesen gesunden Körper und den wertschätze ich und stehe zu dem mit allem, was er mit sich bringt.”
Konkret bedeutet das für sie, ein Bewusstsein für gutes Essen zu entwickeln, ohne sich dabei selbst zu bestrafen, wenn auch mal weniger gesunde Tage dazwischen liegen: Sie erlaube sich durchaus auch Tage, an denen sie „wirklich nur Schrott” gegessen habe – ohne sich dafür innerlich zu verurteilen.
Hass im Netz: Kein Einzelfall in der deutschen Show-Branche
Beatrice Eglis Offenheit fällt in eine Zeit, in der das Thema Hasskommentare im deutschen Reality- und Show-Business verstärkt diskutiert wird. Auch andere TV-Persönlichkeiten haben zuletzt öffentlich über die emotionale Belastung durch Online-Kritik gesprochen – ein Zeichen dafür, dass dieses Phänomen längst nicht nur einzelne Prominente betrifft, sondern ein branchenübergreifendes Problem darstellt.
Psychologen und Medienexperten weisen regelmäßig darauf hin, dass öffentliche Personen heute einem deutlich höheren Maß an direkter, oft anonymer Kritik ausgesetzt sind als noch vor zwei Jahrzehnten – eine direkte Folge der sozialen Medien, in denen Kommentare ungefiltert und in Echtzeit veröffentlicht werden können.
Beruflicher Ausblick: Hallenstadion und ein vorsichtiges „Niemals nie”
Trotz aller Belastungen durch öffentliche Kritik blickt Beatrice Egli beruflich äußerst erfolgreich in die Zukunft. Am 10. Oktober wird sie als erste weibliche Schweizer Solokünstlerin das Zürcher Hallenstadion füllen – ein Auftritt vor bis zu 13.000 Fans, der einen weiteren Höhepunkt ihrer Karriere markiert.
Auf die Frage, ob sie sich vorstellen könnte, die Schweiz einmal beim Eurovision Song Contest zu vertreten, reagierte Egli zurückhaltend, aber nicht völlig ablehnend: „Früher habe ich immer gesagt: Niemals! Aber ich habe gelernt, wenn ich sage ‘niemals’, muss ich aufpassen.” Aktuell könne sie sich einen solchen Schritt jedoch nicht vorstellen – auch aus Respekt vor der enormen öffentlichen Bewertung, der sich ESC-Teilnehmende stellen müssen.
Mehr Informationen zu Beatrice Eglis aktuellen Tourdaten und Projekten finden Sie bei Schlager.de, einem der führenden Portale für deutsche Schlagermusik.
Fazit
Beatrice Eglis offener Umgang mit Hass und Bodyshaming zeigt eine bemerkenswerte emotionale Reife, die weit über das hinausgeht, was man von vielen anderen Prominenten in ähnlichen Situationen kennt. Statt sich gegen Kritik zu wehren oder sie einfach zu ignorieren, hat sie einen Weg gefunden, der auf Selbstreflexion, Dankbarkeit für den eigenen Körper und sogar Mitgefühl für ihre Kritiker basiert.
Dass dieser Umgang ein fortlaufender Prozess bleibt, gibt sie dabei offen zu – ein ehrliches Eingeständnis, das ihre Aussagen besonders glaubwürdig macht. Für viele Menschen, die selbst mit öffentlicher oder privater Kritik zu kämpfen haben, könnte Beatrice Eglis Haltung – „dann wünsche ich den Menschen gute Besserung” – ein inspirierender Denkanstoß sein.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Seit wann ist Beatrice Egli mit Hasskommentaren konfrontiert? Bereits als Teenager, noch vor ihrer Zeit bei „Deutschland sucht den Superstar”, machte sie erste Erfahrungen mit öffentlicher Kritik. Seit ihrem DSDS-Sieg 2013 wird sie regelmäßig mit Hasskommentaren und Bodyshaming konfrontiert.
Wie geht Beatrice Egli mit verletzenden Kommentaren um? Sie reflektiert, warum bestimmte Kommentare sie persönlich treffen, statt einfach die Meinung anderer zu übernehmen. Bei besonders übergriffigen Kommentaren reagiert sie mit Mitgefühl statt Gegenangriff.
Macht Beatrice Egli Diäten oder nutzt sie Abnehmspritzen? Nein. Sie betont ausdrücklich, dass Diäten oder die Abnehmspritze für sie nie ein Thema waren. Stattdessen entwickelte sie ein Bewusstsein für gutes Essen, ohne sich für gelegentlich ungesunde Mahlzeiten zu bestrafen.
Was sagt Beatrice Egli zu ihrem Körper? Sie beschreibt sich als dankbar für ihren gesunden Körper und betont, ihn mit allem zu wertschätzen, was er mit sich bringt.
Wird Beatrice Egli am Eurovision Song Contest teilnehmen? Aktuell schließt sie dies nicht mehr kategorisch aus, kann sich eine Teilnahme aber derzeit nicht konkret vorstellen. Sie äußerte großen Respekt vor der öffentlichen Bewertung, der sich ESC-Teilnehmende stellen müssen.
Welchen besonderen Auftritt hat Beatrice Egli 2026 geplant? Am 10. Oktober 2026 wird sie als erste weibliche Schweizer Solokünstlerin das Zürcher Hallenstadion vor bis zu 13.000 Fans füllen.
Wie hat Beatrice Eglis Karriere begonnen? Sie sammelte erste Bühnenerfahrung auf Dorffesten und trat 2007 gemeinsam mit ESC-Legende Lys Assia beim „Grand Prix der Volksmusik” an, bevor sie 2013 durch ihren Sieg bei „Deutschland sucht den Superstar” deutschlandweit bekannt wurde.