Mehr als drei Jahrzehnte lang gehörte „Immer wieder sonntags” zum festen Bestandteil des deutschen Sommerfernsehens. Schlagermusik, gute Laune, ein Moderator, der seit Juni 2005 fast untrennbar mit der Sendung verbunden ist: Stefan Mross. Nun, im Sommer 2026, endet diese Ära endgültig – nach über 370 Folgen und mehr als 30 Jahren im Ersten.
Während der Sender SWR die Entscheidung zunächst mit nüchternen wirtschaftlichen Argumenten begründete, zeigt sich jetzt: Für Stefan Mross persönlich war diese Nachricht alles andere als nüchtern. Es war, wie er selbst sagt, der schwärzeste Tag seines Lebens.
Der Moment, der alles veränderte
Stefan Mross erinnert sich noch genau an den Tag, an dem ihm die Entscheidung mitgeteilt wurde. Eigentlich, so erzählt er, sei er davon ausgegangen, dass es bei dem Gespräch um Zukunftsplanungen für die Sendung gehen würde. Stattdessen saßen ihm lediglich zwei Verantwortliche des SWR gegenüber – mit einer ganz anderen Botschaft.
„Er sagte mir knallhart ins Gesicht, dass nach dieser Staffel Schluss ist”, erinnert sich Mross fassungslos. Doch das eigentlich Erschütternde kam erst danach: „Sie hätten mir bereits eine Erklärung für die Öffentlichkeit vorbereitet, die ich nur noch unterschreiben müsse.”
Seine Bewertung dieses Vorgehens ist eindeutig: „Das war eiskalt.”
Besonders schwer wog für ihn auch der zeitliche Ablauf: Die Entscheidung des Senders wurde ihm nur wenige Stunden mitgeteilt, bevor die Öffentlichkeit davon erfuhr. Keine Zeit zur Verarbeitung, kein Raum für ein persönliches Gespräch – nur die nackte Tatsache und ein vorgefertigtes Statement.
„Das hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen”, beschreibt Mross diesen Moment.
Die offizielle Begründung: Sparzwänge und Digitalisierung
Der SWR selbst nennt als Gründe für die Absetzung der Sendung Digitalisierung, Sparzwänge sowie eine geplante Verjüngung des Programms. Programmdirektor Clemens Bratzler bezeichnete die Entscheidung trotz des nachweislichen Erfolgs der Show als „schmerzhaft”.
Tatsächlich verzeichnete „Immer wieder sonntags” in den vergangenen Jahren konstant gute Quoten – ein Umstand, der den Unmut vieler Zuschauer über das plötzliche Ende noch verstärkt hat. Der Sender betonte zudem, künftig stärker in digitale Unterhaltungsangebote investieren zu wollen.
Für viele langjährige Fans bleibt diese Begründung jedoch schwer nachvollziehbar – schließlich endet hier nicht irgendein Format, sondern eine echte Institution des deutschen Sommerfernsehens.
Zwei Petitionen und eine Welle der Solidarität
Dass die Entscheidung beim Publikum auf erheblichen Widerstand stößt, zeigt sich an einer bemerkenswerten Reaktion: Gleich zwei Petitionen haben sich mittlerweile für den Erhalt von „Immer wieder sonntags” eingesetzt.
Für Stefan Mross selbst ist diese Welle der Unterstützung ein wichtiges Zeichen. Er sieht darin eine Bestätigung seiner über 19-jährigen Arbeit: „Wenn die Leute abschalten würden oder die Sendung nicht mehr laufen würde, würde ich denken: Da habe ich was falsch gemacht.” Genau das Gegenteil sei aber der Fall.
Auch von Schlagerkollegen erhielt Mross in dieser schwierigen Zeit deutlichen Rückhalt – ein Zeichen dafür, wie sehr er innerhalb der Branche geschätzt wird.
Wie unterschiedlich deutsche TV-Persönlichkeiten mit plötzlichen Karriereveränderungen umgehen, zeigt auch unser Artikel über Stefan Raab Comeback 2026: Triumph, Zweifel und die große offene Frage – ein interessanter Kontrast zwischen Abschied und Neuanfang im deutschen Fernsehen.
Die letzte Staffel: 13 Sendungen bis zum endgültigen Ende
Trotz des Schocks zeigt sich Stefan Mross in der Außendarstellung gefasst und konzentriert sich auf die verbleibende Zeit. Mit Blick auf die laufende, letzte Staffel betont er: „Ich habe wirklich eine tolle Zeit gehabt und wir haben jetzt noch 13 Sendungen vor uns.”
Diese finale Staffel läuft seit dem 31. Mai 2026 und wird im Europa-Park produziert – mit einer zusätzlichen Ausgabe im Vergleich zu den Vorjahren. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung hielt sich Mross zunächst noch sehr bedeckt: „Ich wollte mich dazu ja nicht äußern, und ich darf es auch nicht” – ein Hinweis darauf, dass vertragliche Vereinbarungen seine öffentlichen Aussagen lange Zeit stark einschränkten.
Auch ein kleiner, menschlicher Moment sorgte zuletzt für Aufsehen: In der Sendung vom 14. Juni 2026 geriet Mross bei der Ankündigung kommender Gäste kurz ins Stocken, weil seine Moderationskarten nicht alle benötigten Informationen enthielten. Er nahm den Moment mit Humor und verabschiedete das Publikum trotzdem gut gelaunt.
Ein abergläubisches Ritual vor jeder Sendung
Ein besonders persönliches Detail offenbarte Mross gegenüber der Zeitschrift Schöne Woche: Vor jeder Live-Ausgabe von „Immer wieder sonntags” legt er seine Moderationskarten unter sein Kopfkissen. Ein Ritual, das ihm – wie er selbst zugibt – zwar „ein bisschen verrückt oder nach Aberglaube” klingen mag, ihm aber die nötige Sicherheit vor jeder Sendung gibt.
Solche kleinen Rituale gewinnen gerade jetzt, in der letzten Staffel der Show, eine zusätzliche emotionale Bedeutung – für Mross ebenso wie für die Crew, die seit Jahrzehnten gemeinsam an diesem Format arbeitet.
Was kommt nach „Immer wieder sonntags”?
Die wohl drängendste Frage bleibt bislang unbeantwortet: Wie geht es für Stefan Mross nach dem Ende der Show beim SWR weiter? Konkrete Zukunftspläne hat der Moderator bislang nicht öffentlich gemacht.
Für viele seiner Fans ist allein der Gedanke an einen Sonntag ohne Stefan Mross schwer vorstellbar. Ein treuer Zuschauer brachte diese Verbindung zur Sendung einmal pointiert auf den Punkt: Ein Sonntag ohne Stefan Mross fühle sich für ihn wie ein verlorener Sonntag an – ein Satz, der die emotionale Bindung vieler Schlagerfans an das Format treffend einfängt.
Mehr Informationen zu aktuellen Entwicklungen im deutschen Fernsehen finden Sie beim Branchenportal DWDL.de, das regelmäßig über Programmentscheidungen der öffentlich-rechtlichen Sender berichtet.
Fazit
Das Ende von „Immer wieder sonntags” ist mehr als nur die Absetzung einer erfolgreichen Fernsehsendung – es ist für Stefan Mross persönlich ein tiefer Einschnitt nach fast 20 Jahren Lebenswerk. Die Art, wie ihm diese Entscheidung mitgeteilt wurde, hat bei ihm sichtbare Spuren hinterlassen.
Gleichzeitig zeigt die überwältigende Solidarität der Fans – von zwei Petitionen bis zu emotionalen Botschaften – dass diese Sendung weit mehr war als reine Unterhaltung. Sie war für viele Zuschauer ein fester, vertrauter Bestandteil ihres Sonntags.
Wie es für Stefan Mross nach dem Sommer 2026 beruflich weitergeht, bleibt offen. Sicher ist nur: Die letzten 13 Sendungen werden für ihn, sein Team und die treuen Fans ein besonders emotionaler Abschied.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Warum wird „Immer wieder sonntags” eingestellt? Der SWR begründet die Entscheidung mit Sparzwängen, Digitalisierung und einer geplanten Verjüngung des Programms. Der Sender will künftig stärker in digitale Unterhaltungsangebote investieren.
Wie hat Stefan Mross von der Absetzung erfahren? Laut eigener Aussage wurde ihm die Entscheidung in einem Gespräch mit zwei SWR-Verantwortlichen knallhart mitgeteilt – inklusive einer bereits vorbereiteten Erklärung für die Öffentlichkeit, die er nur noch unterschreiben sollte.
Wie lange war Stefan Mross Moderator der Sendung? Stefan Mross moderierte „Immer wieder sonntags” seit Juni 2005 – also fast 20 Jahre lang.
Wann endet die Sendung endgültig? Die letzte Staffel läuft seit dem 31. Mai 2026 mit insgesamt 13 Sendungen, produziert im Europa-Park. Danach ist endgültig Schluss.
Gibt es Widerstand gegen die Absetzung der Sendung? Ja. Es wurden zwei Petitionen gestartet, die sich für den Erhalt von „Immer wieder sonntags” einsetzen – ein Zeichen der großen Zuschauerbindung an das Format.
Was macht Stefan Mross vor jeder Live-Sendung? Er legt seine Moderationskarten in der Nacht vor der Ausstrahlung unter sein Kopfkissen – ein persönliches Ritual, das ihm Sicherheit gibt.
Hat Stefan Mross schon Pläne für die Zeit nach der Show? Nein, konkrete Zukunftspläne hat er bislang nicht öffentlich gemacht. Wie es für ihn beim SWR weitergeht, ist aktuell offen.